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Landwirtschaft auf Mallorca – Teil 2

Donnerstag, 20. Mai 2010

Neben den in Teil 1 erwähnten Mandeln, Oliven und den Zitrusfrüchten waren und sind die Schoten des Johannisbrotbaumes ein bedeutendes Erzeugnis der Landwirtschaft. Johannisbrotbäume wachsen häufig in Oliven- und Mandelplantagen, manchmal auch in speziellen Pflanzungen.

Sehr lange dienten die Schoten als Viehfutter. Getrocknet und gemahlen verwendete sie als Kaffeeersatz. In der heutigen Zeit werden die Kerne der Früchte gemahlen und das gewonnene Mehl ist in der Nahrungsmittelindustrie als Dickungsmittel sehr beliebt.

Früher wog man mit den Samen Gold und Juwelen auf, da jeder einzelne Samen exakt ein Karat wiegt.

Der Weinanbau hat in der jüngsten Zeit wieder an Bedeutung gewonnen. Schon Ende des 19. Jahrhunderts waren Weine aus Mallorca in Europa sehr beliebt. Die aus Amerika nach Frankreich eingeschleppte Reblaus vernichtete dort große Bestände der Rebkulturen. Die stark nachlassenden Erzeugermengen des Weines aus Frankreich ließen die Nachfrage nach mallorquinischen Wein stark ansteigen. Leider wurden in der Folge auch auf Mallorca die Rebstöcke von dem Schädling befallen und bis 1900 waren fast die gesamte Anbaufläche des Weines auf der Insel von der Reblaus zerstört worden. Die aus Kreta stammende Malvasierrebe, welche über lange Zeit auf Mallorca angebaut wurde, ersetzten nun minderwertige Sorten. Erst nach 1980 begann man wieder qualitativ hochwertige Weine anzubauen. Immer mehr nationale und internationale Preise für die Erzeugnisse der hiesigen Weingüter sind ein Beleg für den hohen Qualitätsstand der Weine aus Mallorca. Ein Drittel der gesamten Produktion wird exportiert, zwei Drittel bleiben jedoch hier auf der Insel. Für die verschiedenen Anbaugebiete werden unterschiedliche Bezeichnungen vergeben.

Landwirtschaft auf Mallorca

Mittwoch, 19. Mai 2010

Früher war Mallorca ein reines Agrarland. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein hatte die Landwirtschaft den gleichen Stellenwert wie heute der Tourismus. Die Erträge aus der harten Arbeit auf dem Lande brachte jedoch viel weniger Geld ein, als heute die Arbeit in den Hotels und Restaurants der Insel.

Zwar werden immer noch fast dreiviertel der Inselfläche landwirtschaftlich genutzt, jedoch sind nur etwa 10 % der Arbeitsplätze hier zu finden. Der Beitrag zum Bruttosozialprodukt ist mit 2,5 % sehr gering. Die Ernte der Agrarprodukte deckt nur 20 % des heimischen Marktes, der Rest muss importiert werden.

Die steigende Nachfrage nach biologischen Produkten hat dazu geführt, dass immer mehr Bauern auf Qualität achten und ihre Felder biologisch beackern.

Zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Produkten zählten früher die Mandeln. Es gab ca. 7 Millionen Mandelbäume auf Mallorca. Mit dem Aufkommen der Konkurrenz aus Kalifornien und dem spanischen Festland, wurde es für die Bauern der Insel zunehmend schwieriger die heimischen Mandel zu vermarkten.

Die mühsame Ernte lohnte nicht mehr und so ging der Bestand der Bäume auf 6 Millionen zurück. Heute soll es wieder 7 Millionen Mandeln auf Mallorca geben. Produkte aus Mallorquinischen Mandeln erhalten heute das Gütesiegel >>Ametlla mallorquina<<

Die weitläufigen Olivenplantagen auf Mallorca zeigen, wie wichtig diese Früchte für die Inselbewohner waren und auch heute noch sind. Olivenöl ist das Hauptnahrungsmittel auf Mallorca. Das im Jahre 2003 eingeführte Gütesiegel  führte dazu, dass der über Jahre rückläufige Ertrag wieder stark zugenommen hat.

Zitrusfrüchte werden auf der ganzen Insel angebaut und geerntet. Die größten Plantagen findet man in den Tälern der Serra de Tramuntana. Mitte des 18. Jahrhunderts waren Orangen aus Mallorca ein Exportschlager. Heute hat die Orangenproduktion der Insel nur einen Anteil von ca. 1 % an der gesamten spanischen Orangenproduktion. Die meisten Zitrusfrüchte kommen inzwischen aus der Region um Valencia.