Neben den in Teil 1 erwähnten Mandeln, Oliven und den Zitrusfrüchten waren und sind die Schoten des Johannisbrotbaumes ein bedeutendes Erzeugnis der Landwirtschaft. Johannisbrotbäume wachsen häufig in Oliven- und Mandelplantagen, manchmal auch in speziellen Pflanzungen.
Sehr lange dienten die Schoten als Viehfutter. Getrocknet und gemahlen verwendete sie als Kaffeeersatz. In der heutigen Zeit werden die Kerne der Früchte gemahlen und das gewonnene Mehl ist in der Nahrungsmittelindustrie als Dickungsmittel sehr beliebt.
Früher wog man mit den Samen Gold und Juwelen auf, da jeder einzelne Samen exakt ein Karat wiegt.
Der Weinanbau hat in der jüngsten Zeit wieder an Bedeutung gewonnen. Schon Ende des 19. Jahrhunderts waren Weine aus Mallorca in Europa sehr beliebt. Die aus Amerika nach Frankreich eingeschleppte Reblaus vernichtete dort große Bestände der Rebkulturen. Die stark nachlassenden Erzeugermengen des Weines aus Frankreich ließen die Nachfrage nach mallorquinischen Wein stark ansteigen. Leider wurden in der Folge auch auf Mallorca die Rebstöcke von dem Schädling befallen und bis 1900 waren fast die gesamte Anbaufläche des Weines auf der Insel von der Reblaus zerstört worden. Die aus Kreta stammende Malvasierrebe, welche über lange Zeit auf Mallorca angebaut wurde, ersetzten nun minderwertige Sorten. Erst nach 1980 begann man wieder qualitativ hochwertige Weine anzubauen. Immer mehr nationale und internationale Preise für die Erzeugnisse der hiesigen Weingüter sind ein Beleg für den hohen Qualitätsstand der Weine aus Mallorca. Ein Drittel der gesamten Produktion wird exportiert, zwei Drittel bleiben jedoch hier auf der Insel. Für die verschiedenen Anbaugebiete werden unterschiedliche Bezeichnungen vergeben.

