Archiv für Juni 2011

Cala d’Or

Dienstag, 28. Juni 2011

Cala d’Or, was auf Deutsch „Goldene Bucht“ bedeutet, ist ein bedeutender Ferienort im Südosten der Ferieninsel Mallorca. Die kleine Stadt hat etwa 4.000 Einwohner und liegt circa 60 Kilometer entfernt von Palma de Mallorca, der Inselhauptstadt. Die Fahrtdauer vom Inselflughafen beträgt etwa eine Stunde.

Die etwas abseitige Lage sorgt dafür, dass sich die Touristenströme in der Region um Cala d’Or etwas in Grenzen halten. Zwar sind auch hier in den Sommermonaten Strände und Ortszentrum sehr belebt, doch im Vergleich mit den Hochburgen wie etwa El Arenal, geht es eher beschaulich zu, was durch viele verkehrsberuhigende Maßnahmen im Ortskern zusätzlich gefördert wird. Wer es jedoch noch ruhiger haben möchte, der besucht Cala d’Or in der Vor- oder Nachsaison. Dann öffnen sich die schönen Buchten und traumhaft einsame Sandstrände wie beispielsweise die Calo de Ses Dones oder Calo Petít. Ebenfalls sehr nahe liegt die in ein Naturschutzgebiet eingebettete Doppelbuch Cala Mondragó.

In Cala d’Or selbst laden zahlreiche Kneipen, Restaurants, Open-Air-Cafés und Einkauflädchen zum Verweilen ein. Die Küche ist dabei sehr international ausgerichtet und bietet nicht nur einheimische Kost an. Die meisten Gebäude in Cala d’Or sind im mediterranen Stil erbaut und strahlen in hellem weiß in der Sonne. Die flache Bauweise orientiert sich am kubischen Ibiza-Stil und entfaltet ihren ganz eigenen Charme. Verantwortlich dafür zeichnet der aus Ibiza stammende Architekt Josep Costa Ferrer, der Cola d’Or Anfang der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts geplant hat und sich dabei eindeutig von seiner Heimatinsel inspirieren ließ.

Alcúdia

Freitag, 03. Juni 2011

Man ist in Alcúdia immer etwas neidisch auf Mallorcas Hauptstadt Palma. Und das nicht ohne Grund. Denn Alcúdia galt in früheren Zeiten als die wichtigere von beiden Städten. Das lag einerseits an der natürlichen Lage, die den Mittelpunkt zwischen den beiden Mallorca begrenzenden Höhenzügen Sierra de Tramuntana und Serranias de Levante bildet – und zum anderen daran, dass sie den Angelpunkt zwischen den beiden Buchten von Pollensa und Alcúdia bereits in der frühhistorischen Talayot-Zeit besiedelt war. Die verkehrsgünstige Lage des Ortes zwischen den heutigen Buchten von Pollensa und Alcúdia nutzten danach auch die Phönizier, die den Ort Cunium nannten, und die Griechen.

Als die Überfälle mallorquinsicher Freibeuter auf römische Handelsschiffe überhandnahmen, setzte sich Rom zu Wehr. 123 v. Chr. landete Quintus Cäcilius Metellus mit seinen Kriegsschiffen in der Bucht von Alcúdia und konnte im Handstreich die ganze Insel besetzen. Die Römer nannten ihren Landeplatz Pollentia, was so viel bedeutete wie “die Mächtige” oder “die Starke”, und machten ihn zu ihrer Hauptstadt der eroberten Insel. Dann kamen die Vandalen – und zerstörten zahlreiche “moderne” Errungenschaften. Deshalb ist vieles von der alten Römerstadt verschwunden. Die verjagten Stadtbewohner gründeten tiefer im Land, am Rande der Tramuntana, das heutige Pollensa, das sie in Erinnerung an ihre Stadt zunächst Pollentia tauften. Die danach folgenden Mauren taten ein Übriges; sie nutzten die Ruinen des römischen Pollentia wie einen Steinbruch und bauten direkt daneben eine eigene Stadt – auf einem Hügel, was arabisch al Kudia heißt. Das heutige Alcúdia ließ König Jaime II. im 13. Jh. errichten.